Integrative medizinische Hypnose

Chronologie

Bereits bei den ältesten Kulturvölkern wurden schon hypnotische Verfahren angewandt.

Erste nachweisbare Belege finden sich bereits vor 7000 Jahren im alten Mesopotamien. Von dort breitete sich die Hypnose über alle Kontinente aus.

In vielen Kulturen wurden tranceähnliche Bewusstseinszustände zur religiösen Meditation eingesetzt. Alte Sanskrit-Schriften belegen, dass es in Indien Heilungstempel gab, in denen Heiltrancen induziert wurden. Auch in Ägypten gab es sogenannte Schlaftempel, die denselben Zweck erfüllten.

Die Geburtsstunde der wissenschaftlichen medizinischen Hypnose erfolgte im Jahr 1775 durch den Arzt Franz Anton Mesmer (1734 – 1815).

Er gilt zweifellos als ,,Vater der Hypnose“. Bekannt wurde Mesmer durch den von ihm geprägten ,,Magnetismus“, der Behandlung eines Menschen mittels eines mineralischen Magneten. Später entdeckte Mesmer, dass das bloße Ausstreichen des Patienten mit der Hand die gleiche Wirkung erzielt, wie mit einem Magneten.

Fortan nannte er seine Methode ,,Animalischer Magnetismus“.

Er war es auch, der wenige Jahre später die Theorie entwickelte, dass der Mensch und das ganze Universum von einem physikalischen Fluidum umgeben sei, das bei einem Ungleichgewicht der Kräfteverhältnisse Krankheiten entstehen lässt. Der Magnestismus oder Mesmerismus verbreitete sich rasch über Frankreich und Deutschland in ganz Europa.

Einer der Schüler Mesmers, der Marquis de Puysegur (1751 – 1825) zweifelte die Theorie des physikalischen Fluidums an und entdeckte den sogenannten Somnambulismus – den durch Geisteswillen hervorgerufenen hypnotischen Tiefschlaf.

Ein portugiesischer Priester Namens Abbé Faria (1755 – 1819), Professor der Philosophie, entwickelte eine Theorie zum Somnambulismus, derzufolge dieser hypnotische Tiefschlaf nicht durch Heilmagnete, sondern durch Suggestionen erzielt wird. Dabei spielt die Bereitschaft des Patienten, sich dieser Methode zu öffnen, die zentrale Rolle.
Abbé Faria ist somit einer der Urväter der klassischen Hypnose.

Ihm folgten viele andere Mediziner, wie zum Beispiel der schottische Chirurg James Esdale (1808 – 1859), der in Indien Hunderte von großen und kleinen Operationen mit dieser Methode durchführte.

Eine bahnbrechende Rolle bei der Etablierung der heutigen medizinischen Hypnose kommt dem französischen Arzt und Psychotherapeuten Emil Coué (1857 – 1926) zu.

Er fand heraus, dass allopathische Medikamente in ihrer Wirksamkeit verstärkt wurden, wenn dem Patienten vor deren Verabreichung die heilsame Wirkung des Präparats suggeriert wurde. Coué wusste um die Kraft der Vorstellung und postulierte, dass der Hypnotiseur im Grunde genommen bei seinen Patienten durch entsprechende Suggestionen eine Selbsthypnose induziert, welche die Selbstheilungskräfte mobilisiert. Er prägte die auch heute noch gültige Standardformel der klassischen Hypnose :

,,Mir geht es von Tag zu Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser!“

Hypnosetherapie

Hypnose bzw. Trance bedeutet einen Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsschärfe, die nach innen gerichtet ist.

Dieser Zustand kann durch unterschiedliche Suggestionstechniken erreicht werden.

Sich in Trance fallen zu lassen ist ein vollkommen freiwilliger Vorgang, bei dem der Wille des Klienten, etwas zu tun oder nicht zu tun, in keiner Weise eingeschränkt werden kann.

Die klassische Hypnose bietet ein sehr effizientes Therapiekonzept, was mit der ,,Showhypnose“ nichts gemeinsam hat.

Die integrative medizinische Hypnose eignet sich sowohl zur Behandlung von AngstzuständenSchlafstörungen, chronischen Schmerzen, als auch zur Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion.

Auch nachfolgend genannte Einsatzmöglichkeiten der Hypnosetherapie haben sich als besonders effektiv erwiesen:

  • Erschöpfung, Energiemangel
  • Geburtsvorbereitung
  • Klimakterium
  • Kopfschmerzen
  • Lernblockaden
  • Operationsvorbereitung
  • Prüfungsangst und Sprechblockaden
  • Seelische Belastungen, Stressbelastungen